Die Pest brachte im Mittelalter und bis in die Neuzeit hinein vielen Millionen Menschen den Tod. Forschern der Universität Mainz gelang die Rekonstruktion zweier verschiedener Varianten des Bakteriums. Yersinia pestis ist eindeutig für den "Schwarzen Tod" ab dem 14. Jahrhundert und die folgenden Epidemien auf dem europäischen Kontinent ursächlich. Die beiden Varianten lassen nun auf unterschiedliche Infektionswege schließen.
Einer Rekonstruktion der Anthropologen zufolge breitete sich die Seuche im November 1347 aus Asien nach Marseille über Westfrankreich nach England aus. In Gräbern des niederländischen Bergen op Zoom wurde ein anderer Typ von Yersinia pestis isoliert. Das führt zu der Annahme, dass es noch eine andere Infektionsroute geben könnte, die aus Norwegen kam. Die modernen Pesterreger in Afrika, Amerika, dem Nahen Osten und dem Gebiet der früheren Sowjetunion sind wiederum noch ganz anders.