Neuer vereinfachter Stammbaum für menschliche Vorfahren

Stammbäume sind willkürlich erstellte Sytematisierungen aufgrund bestimmter Merkmale. Bei der Erforschung der evolutionären Entwickung der menschlichen Vorfahren versuchen Forscher ihre Fossilfunde in einen Stammbaum einzufügen. Mit jedem neuen Fund wird es durch die Fülle der Merkmale schwieriger (siehe Meldungen vom 09.08.2007& 20.03.2002).

Argentinische Anthropologen um Rolando Gunzalez-Jose vom Centro National Patagonico in Puerto Madryn haben einen gänzlich neuen Stammbaum erstellt. Für die Zuordnung reduzierten sie einfach die Anzahl von 100 auf 4 eindeutige anatomische Merkmale. Als Vorteile bezeichneten die Forscher, dass statt vieler ungenauer (z.B. Datierungen) nun wenige präzise Merkamle (Schädelform & -wölbung, Gesichtsneigung, Form des Kauapparates) in die Analyse eingingen.

Anhand von 17 Hominidenschädeln konnte ein in sich schlüssiger Stammbaum erstellt werden. Dabei zeigte sich z.B., dass der Homo heidelbergensis nicht der letzte gemeinsame Vorfahre vom Neanderthaler und Homo sapiens ist. Auch Homo rudolfensis kann hiernach als ältester Vertreter des Homo nicht länger bestehen. Homo habilis ist der Ahn aus dem sich alle weiteren entwickelt haben.

Diese Stammbaumdarstellung wird unter den Paläoanthropologen sicher für viel Gesprächsstoff sorgen.

(Quelle: González-José R et al: 2008 Cladistic analysis of continuous modularized traits provides phylogenetic signals in Homo evolution, Nature online 04.05.08)