Laut Clauss Andreasen vom grönländischen Nationalarchiv ist die kleine Insel Qajaa die letzte tiefgefrorene Goldgrube.
Deshalb wird er im Sommer 2009 mit dem bekannten DNA-Forscher Eske Willerslev (siehe Meldung vom 29.05.2008) und dem Leiter des Nationalmuseums für Grönlandforschung Bjarne Grønnow zu Grabungen nach Qajaa fahren, um ”im tiefgefrorenen Küchenmisthaufen zu wühlen”.
Auf der kleinen Insel liegen die kulturellen Schichten aller grönländischen Einwanderer wie in einem Baumkuchen übereinander:
Saqqaq in Südgrönland 2.400-700 v. Chr.
Independence I in Nordgrönland 2.400-800 v. Chr.
Frühe grönländische Dorset 800-0 v. Chr.
Späte Dorset 800-1200 n. Chr.
Thule-Kulturen ab 1200 n.Chr.
Bis 1850 lag Qajaa unter dickem Gletschereis, das sich inzwischen viele Kilometer zurückgezogen hat. Mit der fortschreitenden Erosion wird Schicht für Schicht des Bodens abgetragen. Dadurch kommen ständig neue tiefgefrorene Lagen mit Wurzeln alter Kulturen zum Vorschein. Durch die natürliche Tiefkühlumgebung sind sogar vergängliche Materialien wie Holz, Knochen und Felle gut erhalten, so dass die Genetiker brauchbare DNA-Spuren finden können.
Die neuesten Ergebnisse lieferten ein Bild über die Saqqaq-Kultur, die nächsten spannenden Fragen setzen sich mit dem Volk der frühen Dorset auseinander, über die es noch nicht so viele Erkenntnisse gibt. Möglicherweise liegen die Antworten auf Qajaa.