Verwandte der ältesten Grönländer gefunden

Die ersten Menschen kamen vor 4.500 Jahren nach Grönland und waren mit einem Volk verwandt, welches heute im östlichsten Teil Russlands wohnt. Mit diesem neuen Wissen muss die bisherige Geschichte Grönlands umgeschrieben werden. Bisher glaubte man, dass die Saqqaq Nachfahren nordamerikanischer Indianer oder kanadischer Inuit waren. Während die Saqqaq eher im südlichen Grönland lebten und auf mystische Weise mit der hereinbrechenden Eiszeit verschwanden, lebte beinahe zeitgleich im Norden die sogenannte Independence-I Kultur, die aus Zentralasien stammende Vorfahren haben sollen.

Neuesten Erkenntnissen zufolge sind die nächsten Verwandten der Saqqaq kleine Eskimogruppen von den ”Kommandeurinseln” im nördlichen Pazifik und Seriniki im nordöstlichen Sibirien. Möglich wurde diese Untersuchung durch einen Fund im Permafrostboden auf der Insel Qeqertasussuk (Grönland) von vier Knochen und mehreren Haarbüscheln, die von zwei oder drei Menschen stammen. Sie sind bisher die ältesten menschlichen Funde in Grönland.

Forscher um Eske Willerslev vom Centre for Ancient Genetics der Universität Kopenhagen, DK verglichen mittels DNA-Analyse die 4.000 Jahre alten Profile mit Proben jetzt lebender Menschen. Dabei wurde eine Verwandschaft mit Menschen in der Arktisregion im östlichen Russland gefunden. Ein Teil von ihnen lebt auf den Kommandeurinseln oder Aleut Islands. Diese kleine Inuitgruppe, die von der Obergruppe der Aleuten abstammt, wurde Mitte des 18. Jahrhundert dorthin zwangsumgesiedelt. Der andere Teil der ”Verwandschaft” lebt in Serinki im östlichen Sibirien. Im Gegensatz zur heutigen Bevölkerung Grönlands, die von den Thule- Eskimo abstammt, welche um 1200 einwanderten, lebten die Saqqaq von 2.400-700 v. Christus in Grönland.

(Eske Willerslev: Ancient DNA's Intrepid Explorer http:// www.sciencemag.org/cgi/content/summary/317/5834/36)