Auf einem 4.600 Jahre alten Friedhof in Eulau in Sachsen-Anhalt entdeckten Forscher von der Universität Mainz ein Familiengrab mit außergewöhnlichen Besonderheiten. Zwei Erwachsene und zwei Kinder dieser Schnurkeramikkultur wurden so beerdigt, dass es aussah, als würden sie sich noch im Tod in die Augen schauen und sich an den Händen halten. Die molekularbiologische Untersuchung ergab, dass die Erwachsenen die Eltern der beigelegten Kinder waren. Da Kinder normalerweise nicht zeitgleich mit den Eltern versterben, gehen die Anthropologen bei der Deutung der gesamten Friedhofsfunde davon aus, dass es sich um ein gewaltsames Ende dieser Familie und weiterer Dorfbewohner gehandelt haben muss, vielleicht ein Überfall. Wer die Familie dann aber so liebevoll zusammen beerdigt hat, kann nicht nachgewiesen werden.
Das Besondere des Fundes ist der erste Nachweis, dass es zu dieser Zeit auch Kernfamilien neben möglicherweise weiterhin bestehenden polygamen Familienstrukturen gab.