Frauen und Männer und ihre Nutzung von Technik

Obwohl der Tagesablauf fast jedes Menschen durch einen Radiowecker, einen Toaster, eine Kaffeemaschine, ein Auto, einen Computer, ein Mobiltelefon und einen Fernseher weitestgehend bestimmt wird, hält sich das Vorurteil hartnäckig, dass ein großer Teil der Bevölkerung mit Technik nicht umgehen kann, diese verteufelt und nicht mit ihr zurecht kommt – die Frauen. Es ist verwunderlich, dass ein Technikinteresse und –verständnis den Frauen abgesprochen wird, obwohl sie im täglichen Leben genauso von den technischen Errungenschaften unserer Zeit umgeben sind wie die Männer. Dennoch zeigen zahlreiche Studien, dass Frauen im Umgang mit Technik durchschnittlich skeptischer und zögerlicher sind als Männer.

In der vorliegenden Arbeit sollte geprüft werden, ob in der leistungsbezogenen Bedienung eines Interfaces (Mensch-Maschine-Schnittstelle) Unterschiede zwischen den Geschlechtern auftreten und ob die Effizienz der Bedienung mit unterschiedlichen psychobiologischen Variablen zusammenhängt. Es zeigte sich, dass sich die gesamte Bedieneffizienz von Frauen und Männern nur schwachsignifikant unterscheidet. Bei beiden Geschlechtern konnte verdeutlicht werden, dass die Bedieneffizienz positiv mit visuell-räumlichen Fähigkeiten korreliert. Ein ebenfalls positiver Zusammenhang zeigte sich mit den verschiedenen Aspekten der Techniknutzung – was auf eine allgemeine Trainierbarkeit der Bedieneffizienz schließen lässt. Bei den Frauen verdeutlichte sich weiterhin, dass eine maskuline Geschlechtsrollenidentifikation mit einer kürzeren gesamten Eingabezeit zusammenhängt. Dieser Zusammenhang lässt sich dahingehend interpretieren, dass die Effizienz bei Bedienung von Interfaces auch Einstellungssache ist.

(Quelle: Rüscher, Gitta Psychobiologische Korrelate der Interfacebedienung bei Frauen und Männern, www.sub.uni-hamburg.de/opus/volltexte/2006/3067)