Wo ruht Christoph Kolumbus?

Um endgültig zu klären, wo der Seefahrer begraben ist, wurden seine mutmaßlichen Reste in Spanien einer DNS-Analyse unterzogen. Denn außer Sevilla war auch die dominikanische Hauptstadt Santo Domingo traditionell überzeugt davon, dass sein Grab in ihrer Kathedrale liegt, andere Städte beanspruchten es ebenfalls für sich. Dafür wurde eine vergoldete Urne aus dem Reliquienschrein der Kathedrale von Sevilla entnommen, auf welcher steht: "Hier ruhen die Knochen von Don Cristobal Colon, dem ersten Admiral der neuen Welt". An der Universität von Granada wurden seine Überreste mit denen seines Sohnes sowie jenen seines jüngeren Bruders verglichen. Die Identität des Bruders Hernando Colon gilt als gesichert.

Das Ergebnis beweise, dass der am 20. Mai 1506 gestorbene Seefahrer tatsächlich in der südspanischen Stadt Sevilla bestattet sei. Unter Leitung des Gerichtsmediziners Jose Antonio Lorente, dem Direktor des Labors für genetische Identifikation der Universität von Granada, versuchten internationale Spezialisten den Fall anhand einer DNS-Analyse mit anthropologischen, radiologischen und anderen Techniken zu erhellen. Die exakte Untersuchung dauerte etliche Monate, weil das Skelett nicht mehr rekonstruierbar sei - die Knochen sind zerbrochen, als sie in kleinen Behältern transportiert wurden, nachdem Kolumbus 1506 in Valladolid gestorben war. Nachdem nun gesichert ist, dass Kolumbus nicht in der Dominikanischen Republik bestattet wurde, ist es notwendiger und spannender denn je, die sterblichen Überreste vor Ort zu studieren, um herauszufinden, wer nun dort bestattet wurde.