Die DNA des Neanderthalers

Seit einigen Monaten steht den Paläogenetikern eine neue Methode zur Verfügung, mit der sie Erbgut aus alten Knochen gewinnen können. Damit wird es jetzt möglich sein, das Genom des Neandertalers zu sequenzieren, wie das bereits beim Menschen und Schimpansen gemacht wurde. Aus einem Neanderthalerknochen aus der Vindija-Höhle in Kroatien konnte ausreichend zelluläres Erbgut gewonnen und bestimmt werden.

Die Erkenntnisse lassen Rückschlüsse auf seine Verwandtschaft zum modernen Menschen zu. Das gewonnene Knochenmaterial enthält Daten, die darauf hinweisen, dass der letzte gemeinsame Vorfahre des modernen Menschen und des Neanderthalers aus einer Gruppe stammt, die etwa vor 500.000 Jahren in Afrika lebte und sich der Stammbaum beider vor etwa 370.000 Jahren teilte.

Diese ersten Ergebnisse basieren noch auf Hochrechnungen und statistischen Modellen. Dafür reicht die eine Million bekannter Basenpaare des Neandertalergenoms aus, obwohl es nur ein Anteil des kompletten Erbgutes ist, welches bei rund drei Milliarden Basenpaaren liegt.

(MPI für evolutionäre Anthropologie in Leipzig)