Beweislastige Höhle

Mindestens 1.000 Jahre lang lebten Neandertaler (homo sapiens neanderthalensis) und moderne Menschen (homo sapiens sapiens) nachweisbar parallel im südlichen Europa.

Neue Entdeckungen in einer Höhle in Frankreich legen nahe, dass Neandertaler und moderne Menschen in Europa zeitgleich dieselben Regionen besiedelt haben und sich begegnet sein könnten. Forscher der University of Cambridge, UK haben Funde aus der Grotte des Fées de Châtelperron mit der Radiokarbonmethode datiert. In den verschiedenen Sedimentschichten der Höhle ließen sich abwechselnd Spuren von Neandertalern und modernen Menschen nachweisen.

Vor etwa 40.000 bis 38.000 Jahren war die Höhle zunächst von Neandertalern bewohnt. Später nutzten moderne Menschen sie für etwa 1.500 Jahre als Wohnstatt, bevor Neandertaler sie wieder bis vor ca. 35.000 Jahren bezogen. Damit liefert diese Höhle den ersten Nachweis, dass Neandertaler und moderne Menschen sich in Frankreich mehr als tausend Jahre lang ein Gebiet teilten.

Ob sie sich begegneten oder gar mischten, kann anhand dieser Ergebnisse weder belegt noch widerlegt werden. Auch finden sich in der Höhle keine Befunde für Spekulationen, warum die Neandertaler ausstarben und die modernen Menschen überlebten.

(Quelle: http://www.nature.com)