Der Mensch als Wirt

Nicht nur kleinste Bakterien (siehe Meldung vom 7.3.03) sondern auch größere Parasiten finden schon seit langer Zeit im Menschen einen attraktiven Wirt. Ein Forscherteam um Arthur Aufderheide von der University of Minnesota wies den Erreger der Chagas-Krankheit (den Einzeller Trypanosoma cruzi) in über hundert Mumien aus Chile und Peru nach. Die Mumien stammen aus dem Zeitraum von 7050 vor Christus bis etwa 1500 nach Christus. Das Team verfolgte die Entwicklung von Trypanosoma cruzi zurück und untersuchte dazu das Gewebe von Verstorbenen, die auf natürliche Weise mumifiziert waren. In 41 Prozent der Proben wiesen die Forscher die Erreger nach.

Die Chagas-Krankheit ist eine durch Wanzen übertragene Infektion. An ihr leiden die Menschen in Südamerika bereits seit Jahrhunderten. In Süd- und Mittelamerika sind zwischen 16 und 18 Millionen Menschen mit dem Erreger infiziert. Die Einzeller werden durch Raubwanzen übertragen, die sich von Blut ernähren und vor allem nachts Menschen und Tiere befallen. Sie dringen bevorzugt in Muskel- und Nervenzellen ein und vermehren sich dort. Bis heute gibt es keine Therapie oder Vorsorge z.B. in Form einer Impfung gegen Trypanosoma cruzi.. Die Wanzen finden in Lehm- oder Palmwedelhäuser optimale Lebensbedingungen. Da sich diese Hütten in Mittel- und Südamerikas auch heute kaum von denen vor 9000 Jahren unterscheiden, ist die Situation heute die gleiche wie damals. Die Krankheit komme in den ärmeren Bevölkerungsschichten unverändert häufig vor. Der Parasit habe sich praktisch nicht verändert.

(Quelle: Proceedings of the National Academy of Sciences)