Das Team um Mike Morwood von der University of New England, Armidale, Australien entdeckte auf der indonesischen Insel Flores die Überreste einer bislang unbekannten Unterart der Spezies Mensch. Daneben wurden verschiedene Steinwerkzeuge und Überreste von Feuerstellen, verkohlte Knochen gefunden. Der Homo floresiensis war winzig, wog ca. 25 kg und hatte ein sehr kleines Gehirn. Seine Ahnen lebten von 800.000 bis vor 13.000 Jahren auf der Insel, wie alte Werkzeuge belegen. Damit lebte er parallel zum modernen Menschen, der schon vor mehr als 40.000 Jahren in dieser Region wohnte. Trotz der winzigen Körpergröße sieht der Homo floresiensis dem Urafrikaner (Australopithecus) nicht sehr ähnlich.
Bestimmte Merkmale der Nase, des Kiefers und andere Hinweise deuten daraufhin, dass es sich um eine kleine Form des Homo erectus handeln könnte. Zwergwuchs ist bei isolierten Populationen, z.B. durch eine Insellage nichts Ungewöhnliches. Anatomisch lässt sich diese neue Art am ehesten mit den rund 1,7 Millionen Jahre alten Fossilien von "Homo erectus" aus Georgien vergleichen und nicht mit dem viel jüngeren "Homo erectus" von Java, dem Java-Mensch. Lokale Sagen berichten von kleinen, haarigen Menschen "Ebu Gogo", was "Großmutter, die alles ißt" bedeutet.
Die Ebu Gogo sollen früher Essen gestohlen haben. Gab man ihnen etwas, verspeisten sie es mitsamt dem aus Kürbis gefertigten Teller. Miteinander redeten die Ebu Gogo in einer Murmelsprache, aber sie plapperten auch Worte nach. Sie hatten lange Arme, einen runden, vorspringenden Bauch, eine niedrige Stirn. Niemand nahm diese Erzählungen ernst. Neue Forschungen wollen sich den Vulkanhöhlen oberhalb des Dorfs widmen. Vielleicht sind diese kleinen, haarigen Menschen keine phantastischen Wesen.