Wo entstehen eigentlich Gefühle?

Mikroelektroden liefern genaue Messungen über die elektrischen Impulse von einzelnen Nervenzellen und per Kernspintomographen zeigen Bilder und Filme des gesamten Gehirns während seiner Arbeit. Trotzdem bleibt die Frage nach dem Ursprung der Gefühle.

In seinem Vortrag "The Origin of feel" belegte der Experimentalpsychologe Kevin O'Regan von der Universität Boulogne-Billancourt, Frankreich "Gefühle sind etwas, was wir tun. Eine Glocke läuten zu hören ist gänzlich anders als Schmerzgefühl." Gefühle seien ein Handwerk, das Lebewesen erlernt haben und reproduzieren, wenn bestimmte Situationen in der Umwelt dazu passen. Das erlernte Wissen aus erlebten Situationen regelt das daraufhin ablaufende Gefühl. Fühlen hat etwas mit Erlerntem sowie mit sensorischem Empfinden zu tun. Wer sich dagegen nur erinnere, fühle dagegen nichts. Sollte Kevin O'Regan Recht behalten, hätte dies erstaunliche Bedeutung auch auf einem völlig anderen Gebiet: Wenn Gefühle letztlich Tätigkeiten sind, die ein Lebewesen durch Kenntnis bestimmter Situationen ausführt, dann müssten entsprechend auch Roboter Gefühle besitzen.