Übergewicht galt bislang als exklusives Problem der Industrienationen. Doch die Entwicklungsländer holen auf. Fast Food und westlicher Lebensstil führen zu einer Ausbreitung des Übergewichts. Faktoren wie Verstädterung, neue Technologien, veränderte Nahrungsmittelherstellung und mehr Freizeit tragen zur zunehmenden Fettleibigkeit bei. Auch Länder, die noch mit dem Hunger zu kämpfen hätten, müssten der Vorbeugung der von Übergewicht hervorgerufenen Krankheiten einen "weit größeren Stellenwert" einräumen.
Übergewicht erhöht das Risiko, an Herzleiden, Diabetes oder Krebs zu erkranken. In Entwicklungsländern erschienen diese Folgeerscheinungen bislang jedoch eher unbedeutend angesichts größerer Gesundheitsprobleme wie der Unterernährung oder Infektionskrankheiten. Paradoxerweise treten Unterernährung und Entwicklungsstörungen bei Kindern vielerorts gemeinsam mit einer Fettleibigkeit der Erwachsenen auf.
Auch bei Einwanderern in Industrienationen steigt die Zahl der Fettleibigen. Als Beispiel werden in den USA lebende Maya-Kinder angeführt. Im Vergleich zu Gleichaltrigen in Guatemala seien die Immigrantenkinder größer und hätten längere Beine. Bei einer alarmierenden Zahl von 42 Prozent der Kinder registrierte der Forscher Fettleibigkeit. Einen Einfluss auf das Übergewicht hat, die sitzend vor dem Fernseher oder mit Computerspielen verbrachte Zeit.