Für (Wechsel)Jahre in der Krise?

In einer 1999 in Deutschland durchgeführten repräsentativen Untersuchung mit Frauen zeigt sich, dass diese Frauen im Kontrast zu vorangegangenen Studien erheblich weniger Menopausebeschwerden angeben. Eingeschränkt und beeinträchtigt fühlen sich nur die allerwenigsten Frauen durch ihre klimakterischen Beschwerden. Die für das Eingangs- oder Leitsymptom gehaltenen Hitzewallungen geben nicht einmal 50 % der befragten Frauen an.

Die am häufigsten genannten Symptome wie Schlafstörungen, Erschöpfung und Reizbarkeit sind zwar typisch aber unspezifisch. Wie sehr sie sich von Alterserscheinungen abgrenzen, welche auch bei Männern beobachtet werden, bleibt zu untersuchen.Die meisten Frauen sind so unbelastet durch die Menopause, dass es nicht angemessen scheint, generell von einer Krise zu sprechen. Das Klimakterium ist ein Reifungsprozess, der nicht mit behandlungsbedürftiger Krankheit gleichgesetzt werden sollte und damit in eine medizinische oder psychologische Betreuung gezwungen wird.

Auch wenn Kinder und Partnerschaft nicht mehr die einzigen Identifikationspunkte für die Frauen sind, beeinflusst die Art und die Form der Beziehung zu ihnen die Zeit des Klimakteriums vorrangig und in jedem Fall mehr als die tägliche Arbeit, der soziale und ökonomische Status oder die Geschlechtsrollenidentifikation.

Insgesamt bezeichneten 70 % der untersuchten Frauen ihren Gesundheitszustand als gut bzw. sehr gut. Damit können sich die Frauen in Deutschland durchaus mit den Japanerinnen in der Lebensmitte vergleichen, deren geringe Menopausebelastung immer beispielhaft den Industrienationen im Allgemeinen gegenübergestellt wird.

Band 1: Seehafer, Peggy
An empirical study of the influence of psycho-sociological factors during the menopause
(Fortpflanzungsbiologie und Reproduktionsmedizin; 1)
Hamburg: Univ., Univ.-Publ., 2001
ISBN 3-924330-44-1
Preis: 18,41 €