Homo erectus - verbindendes Beweisstück

Der Homo erectus gilt als der erste Hominide, der schon deutliche Merkmale des modernen Menschen aufwies. Sein Stammbaum ist in der Fachwelt jedoch umstritten: Manche Experten teilen den Urmenschen gar in zwei verschiedene Arten, einen asiatischen Homo erectus und einen afrikanisch-europäischen Homo ergaster.

Diese beiden Varianten vereint ein internationales Forscherteam nun miteinander. Die Gruppe um Berhane Asfaw von der Universität von Addis Abeba beruft sich dabei auf einen neu entdeckten, zur Hälfte erhaltenen Schädel. Das Fossil, ist etwa eine Million Jahre alt und stammt aus Äthiopien. Dieser Schädel weist deutliche Gemeinsamkeiten mit asiatischen Funden auf, teilt aber auch Merkmale mit älteren Exemplaren aus Afrika. Nach Ansicht des Teams stellt er somit ein Bindeglied dar, dass die engen verwandtschaftlichen Bande zwischen asiatischen und afrikanischen Urmenschen beweist und die Theorie vom Homo ergaster widerlegt.

Die Einrichtung des afrikanischen Homo ergaster als eigene Art hatten einige Gelehrte vorangetrieben, weil sie sich an den Unterschieden zwischen 1,7 Millionen Jahre alten Fossilien aus Afrika und Georgien einerseits und jüngeren asiatischen Funden wie dem berühmten Java-Menschen andererseits störten. Mit dem neuen Schädelfund sei die Unterscheidung jedoch hinfällig, meint Co-Autor Tim White von der University of California in Berkeley: "Dieses Fossil zeigt als entscheidendes Beweisstück, dass die Aufteilung des Homo erectus in zwei Arten nicht gerechtfertigt ist."