Einbaumboot aus der Steinzeit entdeckt

Die Archäologen stiessen in unmittelbarer Nähe des Strelasunds auf einen steinzeitlichen Küstensiedlungsplatz. Sie fanden bearbeitete Bauhölzer, Kernbeile, Harpunenspitzen und Geweihe aus der Zeit der so genannten Erteboelle-Kultur, der letzten Phase der Jäger und Sammler im südwestlichen Ostseeraum. Die vier Meter hohen Erdmassen über dem Fundplatz haben die organischen Überreste aus der Steinzeit bis heute konserviert.

Dabei entdeckten die Forscher ein zwölf Meter langes Einbaumboot aus der Steinzeit. Dieser soll nach der Bergung im Archäologischen Landesmuseum in Schwerin in die Nasswasserkonservierung kommen.

Der 6000 bis 7000 Jahre alte Einbaum aus Lindenholz ist nach Angaben der Fachleute vom Landesamt für Bodendenkmalpflege das älteste bisher in Norddeutschland gefundene Wasserfahrzeug und damit eine "wissenschaftlichen Sensation". Nur in Dänemark gebe es ähnliche Funde. Mit dem Einbaumboot gingen die Menschen auf Fischjagd, transportierten Gegenstände und fuhren möglicherweise über die Ostsee zu anderen Siedlungen, sagte der Archäologe Thomas Terberger.