Eine Arbeitsgruppe um György Gergely vom Institut für Psychologie der Akademie der Wissenschaften in Budapest, Ungarn hat bei 14 Monate alten Kleinkindern beobachtet, dass diese bereits in der Lage sind, zu hinterfragen, ob eine bestimmte Handlung nötig ist, um ans Ziel zu gelangen. Die Kleinkinder beobachteten eine Erwachsene, die einen Lichtschalter betätigte: Statt die Hände zu nehmen, schaltete sie das Licht mit der Stirn ein. Einige Kleinkindern ahmten diese Methode zunächst nach. Hielt die Frau jedoch eine Decke um ihre Schultern geschlungen, so dass sie keine Hand für den Lichtschalter frei hatte, knipsten acht von zehn Kleinkindern das Licht mit der Hand an. Diese Methode sei den Kindern vermutlich sinnvoller erschienen, weil sie schließlich nichts in den Händen hielten, was sie von deren Gebrauch abhielt, urteilen die Forscher. Sie scheinen durchaus zu erkennen, ob es zu einer Handlung eine sinnvollere Alternative gibt, um dasselbe Ziel zu erreichen.
(Nature,Bd. 415, S. 755)