Bestand der Berggorillas hat sich leicht erholt

Wie die Umweltstiftung WWF mitteilte, leben in den nebligen Bergwäldern Ostafrikas auf 2000 bis 4000 Meter Höhe derzeit 674 der seltenen Menschenaffen. Obwohl die neuen Zahlen Grund zur Hoffnung geben, bedeuten sie keine Entwarnung: Die letzten Tiere leben in voneinander isolierten Populationen in Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Noch immer wird der Riesenaffe von Bürgerkriegsmilizen oder Wilderern gejagt, sein Fleisch als "Bush Meat" verkauft. Die übrig gebliebenen Berggorillas müssten sich ihren Lebensraum mit 100.000 Menschen teilen. Einheimische Wildhüter versuchen, die Tiere vor Übergriffen zu schützen. Auch der naturverträgliche Tourismus wird mit Führungen in das Gorilla-Gebiet gefördert. Wenn die Bewohner finanziell von den Affen profitieren, hofft man, liegt ihnen mehr am Erhalt der Art.

Genau hundert Jahre nach ihrer Entdeckung durch einen deutschen Hauptmann stehen die Berggorillas trotzdem noch immer vor der Ausrottung. Die vegetarischen Riesen wurden durch Robert von Beringe entdeckt. Auf einer Expedition der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika im Gebiet der Virunga-Vulkankette erschoss der deutsche Hauptmann am 17. Oktober 1902 zwei fremdartige Affen, von denen er einen an das Zoologische Museum in Berlin schickte. Die neue Art wurde Gorilla beringei genannt. "Nicht ein Jahrhundert werden die Primaten ihre Entdeckung durch den Menschen überleben", hatte die 1985 ermordete US-Wissenschaftlerin Diane Fossey gewarnt, die durch ihre Forschungen auf das Schicksal der Berggorillas aufmerksam gemacht hatte.