Der Begriff "Pygmäe" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "zwergenhaft". Die Pygmäen sind allerdings keine Zwergwüchsigen. Bis ins frühe Teenageralter verläuft ihr Wachstum fast wie bei anderen Menschen, nur danach wachsen sie nicht mehr weiter. Pygmäen haben eine verringerte Produktion des Wachstumsfaktors IGF. Aber nicht bei allen Gruppen der Pygmäen zeigt sich diese genetische Besonderheit. Die Pygmäen gelten als die frühesten Einwohner Zentralafrikas. Trotzdem werden sie nicht nur in der Zentralafrikanischen Republik diskriminiert, sondern auch in Ruanda, Gabun, der Demokratischen Republik Kongo (früher Zaire) und der Republik Kongo. Die Regierungen erkennen die Besitzrechte der Pygmäen auf die seit Jahrhunderten angestammten Regenwaldgebiete nicht an. In den Städten bekommen sie niedrigere Löhne als andere Arbeitskräfte und Mißhandlungen durch die Arbeitgeber sind an der Tagesordnung.
Bis vor einigen Jahrzehnten lebten die Pygmäen als Jäger im zentralafrikanischen Regenwald. Dorthin hatten sie sich vor den Bantu-Kriegern zurückgezogen, die sie als Sklaven an arabische Händler verkaufen wollten. Zudem begruben die Bantu ihre Häuptlinge traditionell zusammen mit lebenden Pygmäenkinder - als Dienstboten für das Jenseits. Auf der Flucht vor den Bantu zog sich der Stamm zunehmend in den dichten Dschungel zurück.