Island ist im Mittelalter von Wikingern besiedelt worden und seitdem weitgehend isoliert geblieben. Die genetische Vielfalt unter den Isländern sei daher geringer als anderswo, außerdem reichten Stammbäume und andere Aufzeichnungen bis in die Gründungszeit zurück. Das zusammen seien die besten Voraussetzungen für die genetische Forschung nach den Ursachen verbreiteter Krankheiten. Von Anfang an gab es Zweifel an dem Projekt, vor allem an seinen datenschutzrechtlichen Aspekten.
Jüngste Untersuchungen der humangenetischen Arbeitsgruppe von Brian Sykes in Oxford, England wecken auch Zweifel am wissenschaftlichen Wert des Unternehmens. Der Spezialist für genetische Stammbäume fand heraus, dass die Isländer doch keine so homogene Gruppe sind wie gedacht. Die Isländer haben einen starken schottischen Einschlag in ihrem Wikingerblut. Möglicherweise wurden die Stammmütter Islands von den Wikingern geraubt, möglicherweise landeten die skandinavischen Auswanderer zunächst in Schottland und starteten erst danach in Richtung Polarkreis. Auf jeden Fall unterscheiden sich die Isländer genetisch nur wenig von den anderen skandinavischen Völkern.