Eine neue genetische Studie erhärtet die so genannte Out-of-Africa-Theorie, nach der alle heutigen Menschen von diesem Kontinent stammen. Wissenschaftler aus China, Indonesien, England und den USA untersuchten darin die Chromosomen von Männern aus 163 Regionen in Ostasien. Jede der untersuchten Proben hatte in ihren Y-Chromosomen mindestens eine von drei bestimmten Mutationen. Diese seien nach Angaben der Wissenschaftler auf eine Mutation zurückzuführen, die es in ähnlicher Form schon in einer frühen afrikanischen Bevölkerungsgruppe gab. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass die modernen Menschen afrikanischen Ursprungs Ostasien komplett neubesiedelt und frühere Populationen verdrängt haben. Mark Shriver vom Penn State, USA gibt jedoch zu Bedenken, dass trotz des eindeutigen Ergebnisses Kreuzungen zwischen Homo erectus und Homo sapiens nicht auszuschließen sind. Derartige Möglichkeiten sind zwar denkbar, aber dennoch sprechen die große Anzahl und die breite geographische Streuung der untersuchten Populationen für die Richtigkeit der Ergebnisse. Auch die Gendrift kann nicht als Ursache für die neuen Resultate angesehen werden. Denn es ist schwer vorstellbar, dass sich Mutationen bei allen Völkern in die gleiche Richtung bewegt haben.
(Penn State, Science 292(5519): 1151-1153) siehe auch Meldung vom 22.02.2001