Während ein Teil der Paläoanthropologen davon ausgeht, dass der moderne Mensch (homo sapiens) vor etwa 100.000 Jahren von Afrika ausgehend auf andere Kontinente auswanderte, ist eine andere Gruppe davon überzeugt, dass sich der Mensch in verschiedenen Regionen entwickelte. Sie gehen davon aus, dass bereits ein Vorläufer des Homo sapiens, nämlich Homo erectus Afrika verliess. Anthropologen der Australischen National Universität Canberra analysierten das Erbgut aus den Knochen eines 56.000-68.000 Jahre alten Skeletts vom Mungo-Lake in New South Wales, Australien. Sie fanden dabei zwar den Skelettaufbau des Homo sapiens, aber das genetische Material deutet auf eine enge Verwandschaft zum Homo erectus.
Das würde bedeuten, dass doch nicht alle älteren Menschenformen, die bereits vor dieser Zeit Afrika verliessen, ausstarben. Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Vorfahren der heutigen Aborigines, die Homo sapiens - Nachfolger des "Mungo-Mannes" sein könnten. Damit müssten sie vor ca. 70.000 Jahren von Asien nach Australien eingewandert sein, das wäre deutlich früher als bisher angenommen. mehr: Alan Thorne, in "Proceedings of the National Academy of Science" Damit geht der Streit um den Ursprung des modernen Menschen weiter, denn der australische Fund ist einzigartig, während die "Out of Africa" Theorie durch viel Fossilfunde belegt wird.