Ein internationales Konsortium von Hirnforschern hat sich vor etwa 10 Jahren zusammengeschlossen, um in einer dreidimensionalen Karte des menschlichen Gehirns die Regionen der einzelnen Funktionen zu lokalisieren. Eine ganze Reihe von bildgebenden, elektrischen und biochemischen Verfahren, die die Funktion der Nervenzellen im Gehirn beobacheten, ermöglichen eine milimetergenaue Lokalisation von aktiven Zellen im Hirn, z.B. wenn die Versuchspersonen sich etwas vorstellen, etwas planen oder träumen. Jedes Gefühl läßt sich somit auf elektrische und biochemische Impulse zurückführen. Damit ist die traditionelle Trennung von Körper und Seele nicht länger aufrecht zu erhalten.
Nicht nur die linke Hirnhälfte, die für die intellektuellen Fähigkeiten wie Denken und Planen zuständig ist, sondern auch die emotionalen Fähigkeiten der rechten Hirnhälfte haben einen maßgeblichen Einfluss auf das Leben. Dr. Johannes Dichgans, Neurologe an der Universität Tübingen berichtet über Fortschritte in der Erforschung und Darstellung von Hirnvorgängen, "deren Bedeutung im Hinblick auf die Existenz des Menschen größer seien, als die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts". Neben den neuen Behandlungsmöglichkeiten von Krankheiten des Nervensystems erhoffen sich die Forscher auch Entwicklungen neuer Strategien beim Lernen und Erinnern.